3900 Firmen auf einem Portal: die Bildungsplattform von EIT.swiss

3900 Firmen auf einem Portal: die Bildungsplattform von EIT.swiss

EIT.swiss ist der Branchenverband der Schweizer Elektrobranche, von der Elektroinstallation über die Gebäudetechnik bis zur Telematik. Eine seiner Kernaufgaben ist die Berufsbildung. Dazu gehören Lehrberufe wie Elektroinstallateur/in, Montage-Elektriker/in oder Elektroplaner/in.

Seit August 2026 nutzt EIT.swiss dafür eine neue Bildungsplattform. Sie ist der gemeinsame digitale Einstieg in die Grundbildung. Dort greifen Betriebe, Berufsbildende, Lernende und Lehrpersonen auf die Anwendungen und Inhalte zu, die sie für Ausbildung und Zusammenarbeit brauchen.

So bringt die Bildungsplattform die verschiedenen Beteiligten und Anwendungen der Grundbildung an einem Ort zusammen.

Wir durften diese Plattform für EIT.swiss bauen. Für uns war die Domäne neu, die Aufgabe dagegen von Anfang an klar: Die Firmen der Elektrobranche mit ihren Berufsbildenden und Lernenden auf eine gemeinsame Plattform bringen, ohne dass EIT.swiss alle Benutzer selbst verwalten muss.

EIT.swiss lädt die Firmen ein. Danach verwalten diese ihre Berufsbildenden und Lernenden selbst.

Drei Lernorte, viele Beteiligte

Die Grundbildung in der Schweiz verteilt sich auf drei Lernorte. Die Lernenden arbeiten im Lehrbetrieb, besuchen die Berufsfachschule und gehen in überbetriebliche Kurse. Damit die Ausbildung funktioniert, müssen diese Orte zusammenspielen. Das nennt sich Lernortkooperation.

Entsprechend unterschiedlich sind auch die Menschen auf der Plattform. In den Firmen verwaltet eine Administration den Betrieb und seine Benutzer. Berufsbildende betreuen ihre Lernenden. Dazu kommen die Lernenden selbst und die Lehrpersonen an den Berufsfachschulen.

Jede dieser Gruppen hat andere Aufgaben und braucht entsprechend andere Funktionen. Die Benutzerverwaltung soll dabei möglichst dort bleiben, wo die Personen und Zuständigkeiten bekannt sind.

Vom Verband bis zu den Lernenden

Damit EIT.swiss nicht alle Benutzer selbst erfassen und verwalten muss, ist das Onboarding über mehrere Stufen verteilt.

EIT.swiss startet bei den Firmen. Jede Firma erhält per Post einen persönlichen Einladungscode als QR-Code. Eine verantwortliche Person scannt den Code und registriert sich als Firmen-Administration. Danach sieht sie die bereits hinterlegte Firma und ihre Standorte.

Anschliessend lädt die Firmen-Administration ihre Berufsbildenden direkt aus dem Portal per E-Mail ein. Die Berufsbildenden erfassen wiederum ihre Lernenden und erstellen deren Zugänge.

Damit endet die Aufgabe der Firmen aber nicht beim Onboarding. Auch später verwalten sie ihre Berufsbildenden und Lernenden direkt im Portal. Neue Personen können sie selbst hinzufügen und bestehende Zugänge anpassen.

Dialog zum Erstellen einer Einladung im Portal, mit Auswahl zwischen Berufsbildende und Firmen-Administration Eine bestehende Einladung im Portal mit Einladungstyp, Empfänger und zugeteiltem Standort

Eine Einladung im Portal erstellen (links) und eine bestehende Einladung mit Empfänger und zugeteiltem Standort (rechts). Alle dargestellten Daten sind künstliche Testdaten.

Ein Zugang zu den digitalen Lernangeboten

Neben der Benutzerverwaltung dient die Bildungsplattform als gemeinsamer Einstieg in die digitalen Lernangebote.

Das Dashboard der Bildungsplattform als gemeinsamer Einstieg, mit Kacheln zu Lerndokumentation, Bildungsbericht und Elektrokompass

Das Dashboard als Einstieg in die Anwendungen der Bildungsplattform. Alle dargestellten Daten sind künstliche Testdaten.

Erste Lernanwendungen von Drittanbietern sind angebunden. Dort arbeiten Lernende und Berufsbildende in gemeinsamen Modulen.

Wer bereits auf der Bildungsplattform angemeldet ist, gelangt ohne zweites Login zu den Modulen. Das Portal regelt das über Single Sign-on und übergibt die bestehende Anmeldung an die Lernanwendung.

Die Lerndokumentation und der Bildungsbericht sind die ersten angebundenen Lernanwendungen. Weitere Angebote sollen folgen und ebenfalls über das Portal erreichbar sein.

Die Bildungsplattform läuft auf Uniport Cloud

Die Bildungsplattform läuft auf Uniport Cloud, unserem Portal as a Service.

EIT.swiss ist auf Uniport Cloud als eigener Mandant eingerichtet. Innerhalb dieses Mandanten sind die Firmen als eigene Organisationen abgebildet. Die jeweilige Administration verwaltet darin ihre Berufsbildenden und Lernenden selbst.

Die Personenliste einer Firma mit Firmen-Administration, Berufsbildenden und Lernenden

Eine Firma verwaltet ihre eigenen Personen im Portal. Alle dargestellten Daten sind künstliche Testdaten.

Uniport Cloud stellt dafür die gemeinsamen Funktionen des Portals bereit: Login, Organisationen, Benutzer, Rollen und Zugriffe. EIT.swiss kann die Benutzerverwaltung damit an die Firmen delegieren.

Für EIT.swiss haben wir darauf das Dashboard sowie die Verwaltung von Firmen, Standorten, Personen und Rollen aufgebaut. Bestehende Anwendungen lassen sich über das Portal anbinden. So ist auch der Elektrokompass über denselben Zugang erreichbar.

Damit die Firmen beim Start bereits mit ihren Standorten auf der Plattform vorhanden waren, haben wir den bestehenden Firmenbestand aus dem Verbands-ERP Tocco übernommen. Wir haben die Daten ausgewertet, bereinigt und in die Bildungsplattform geladen.

Vom ersten Tag bis heute

Am 17. August 2026 ging die Bildungsplattform produktiv. EIT.swiss hatte dafür rund 3900 persönliche Einladungen an die Firmen verschickt.

Bis am Abend des ersten Tages waren 571 Benutzer registriert. Rund 230 Firmen hatten bereits mindestens eine Person angemeldet. Unter den Registrierten waren Firmen-Administrationen, Berufsbildende und Lernende. Die Firmen hatten also schon am ersten Tag Berufsbildende eingeladen, und diese hatten bereits ihre ersten Lernenden erfasst.

Bis Ende Oktober hatten sich rund 5600 Personen angemeldet.

Die Plattform wächst weiter

Die heutige Version konzentriert sich auf die Grundbildung. Schritt für Schritt sollen weitere Angebote und Anwendungen dazukommen.

Das Prinzip bleibt dabei dasselbe: Die Beteiligten greifen über ein gemeinsames Portal auf die Angebote zu. Die Firmen verwalten ihre Berufsbildenden und Lernenden selbst, und weitere Anwendungen lassen sich über denselben Zugang anbinden.

Für uns geht die Zusammenarbeit nach dem Go-live weiter. Wir freuen uns darauf, die Bildungsplattform gemeinsam mit EIT.swiss weiter auszubauen.

Wir erzählen gerne noch mehr!

Viele Organisationen auf ein gemeinsames Portal bringen und jede ihre Benutzer selbst verwalten lassen? Wir zeigen gerne, wie das bei EIT.swiss funktioniert.

Lars Stucki Lars Stucki +41 43 343 20 25